Swing für Retro-Fans: Der Vinyl-Detektiv

Der Vernyl-Detektiv. Foto: KI-generiert nach einem Prompt von Ulla Blohberger, Collage: Ulla Blohberger
Der Vernyl-Detektiv bei der Arbeit. Illustration: KI-generiert

Obwohl ich Krimis nur selten lese, hat mich „Murder Swing“ von Andrew Cartmel sofort in den Bann gezogen. Im Zentrum der Geschichte steht Jazz, und das ist genau meine Musik. Der Roman führt nach London. Dort lebt ein Mann, der seine Existenz ganz dem Vinyl verschrieben hat. Er ist ein Entdecker, der genau das findet, wonach andere nicht einmal suchen: seltene, obskure Schallplatten. Seine Berufsbezeichnung ist dabei Programm, dauf seiner Visitenkarte steht schlicht: „Vinyl-Detektiv“.

Murder Swing taucht in eine ungewöhnliche Ermittlerwelt ein. Hier geht es nicht um DNA-Auswertungen oder klassische Tatortspuren, sondern um rare Jazzplatten, obskure Pressungen und eine Suche, die sich schnell zu einem echten Abenteuer entwickelt. Die Handlung nimmt Fahrt auf, als eine geheimnisvolle Auftraggeberin dem Detektiv eine beträchtliche Summe bietet. Seine Aufgabe: eine nahezu unbekannte Jazz-LP aus den 1950er-Jahren aufzuspüren. Die Recherche führt ihn tief in die Szene, von staubigen Plattenkisten bis hin zu gefährlichen Abgründen.

Andrew Cartmel verbindet auf meisterhafte Weise die große Liebe zum Vinyl und die Faszination des Sammelns mit einem fesselnden Krimiplot. Sein Vinyl-Detektiv navigiert dabei zwischen den Tücken eines maroden Heizsystems, der Zuneigung zu seiner Katze und lakonischem Witz. Stilistisch überzeugt Cartmel durch einen geschickten Spagat zwischen ironischer Leichtigkeit und ernsten, düsteren Untertönen. Damit ist Murder Swing der ideale Soundtrack-Krimi für Musikliebhaber und Retro-Fans, dessen Suche nach einer raren Platte zu einer Reise in die Vergangenheit wird.

Murder Swing
von Andrew Cartmel. Thriller – Der Vinyl-Detektiv 1
Herausgegeben von Thomas Wörtche
526 Seiten. Suhrkamp Verlag, Berlin. 2021

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Die Illustration des Venyl-Detektivs ist mit Hilfe Künstlicher Intelligenz entstanden.